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06-04-2003: Alles wie gehabt Über Jahrhunderte beschäftigten sich Alchimisten mit der Herstellung von Gold - und scheiterten. Forscher suchten mit aller Energie nach dem perpetuum Mobile - und scheitern. Auch eine Geldmaschine wollten schon viele erfinden - Kim Schmitz reiht sich ein. Seine Geldmaschine heißt "Trendax" und Gewinne sind garantiert - natürlich. Manche Menschen entwickeln sich weiter. Sogar im Geschäftsleben soll es vorkommen, das man aus den Fehlern der Vergangenheit lernt, sein Geschäftsmodell oder auch nur sein Gebaren ändert. Nicht so Kim Schmitz. Nach nur wenigen Monaten Pause tritt er in seine eigenen übergroßen Fußstapfen. Es war etwas still geworden um Kimble. Die Boulevardmagazine schrieben nicht mehr über seine fetten Parties, nicht über seine dicken Autos und erst recht nicht über ihn selbst. Dann eine kleine Ankündigung und ein Bericht in einer Wirtschaftszeitung (siehe Kapitel Das Comeback). Diese Ankündigung machte er jetzt wahr. Zumindest auf einer Webseite. Auf der Trendax-Seite begrüßt uns zuallererst eine Frau, die einen futuristisch anmutenden Gegenstand in die Kamera hält. Mit viel technischem Schnickschnack wird das Trendax-System als künstliche Intelligenz vorgestellt, die quasi automatisch Geld verdient. Wie das genau gehen soll - keine Ahnung. Aber "genetic algorithms" und "neural networks" klingt beeindruckend. Zur allgemeinen Beruhigung erfährt der potenzielle Investor, dass die weltbesten Experten mit "einzigartigen Fähigkeiten" für Trendax arbeiten. Und wie es sich für Superhelden gehört, bleiben diese Mitarbeiter gesichts- und namenlos. Der eigentlich lustige Teil der Seite kommt erst, wenn man sich ausführliche Informationen herunterlädt. Worst case scenario: in 5 Jahren 500 Million Dollar Fondsvolumen und 38 Millionen Dollar Gewinn. Best Case: 5 Milliarden Fondsvolumen und eine runde Milliarde Gewinn. Wie Spiegel Online recherchiert hat, hat Schmitz weder in Deutschland noch in Hongkong die nötigen Lizenzen zum Vertrieb des Finanzproduktes Trendax beantragt. Wer den Lebens- und Karriereweg von Kim Schmitz aufmerksam verfolgt, fühlt sich an eine frühere Episode erinnert. Die Firma Kimvestor versprach auch luftige Gewinne durch ein fragwürdiges Geschäftskonzept. Auch hier fehlten die notwendigsten Formalitäten, um überhaupt auf dem Kapitalmarkt tätig sein zu dürfen. Doch anstatt wie prognostiziert einer der reichsten Männer der Erde zu werden, landete Schmitz im Gefängnis und kam nur auf Bewährung frei. Bei dem neuen Projekt verzichtet Schmitz auf den letzten Rest von Seriosität. Postanschrift und Telefonnummern gibt es nicht. In Interviews versucht Schmitz der Luftnummer Trendax Gehalt zu verleihen. Planet Interview sagte er: "Fakten schaffen Vertrauen. Deswegen werden wir unsere Tradingperformance von einer Big 5 Accounting Firm zertifizieren und unsere Ergebnisse von einem Notar beglaubigen lassen. Wenn der Fund dann in einem Jahr startet hat jeder die Informationsgrundlage die er für eine positive Entscheidungsfindung benötigt." Sprich: eine bisher namenlose Firma wird in unbestimmter Zeit irgendetwas beglaubigen. Die Investoren sollen hingegen jetzt schon Anteile kaufen. Glaubwürdigkeit sieht anders aus.
Ins Showbiz Daneben engagiert sich Kim Schmitz auch im Pop-Geschäft. Der deutsche Sender RTL2 hat mit der Talentshow "Popstar" in Deutschland einen beachtlichen Erfolg eingefahren. Nun soll das Konzept im asiatischen Raum umgesetzt werden. Die Webseite zu diesem Vorhaben führt Kim Schmitz als Regisseur auf. Hier ist auch sein Lebensweg nachzulesen - natürlich in einer schöngefärbten Version. "Kim Schmitz is one of the worlds most famous young entrepreneurs. Many companies grew from zero to multi million dollar corporations under his visionary management. After many successful years in IT industry he decided to be active in the field of entertaintment"Ansonsten gilt auch für diese Seite: ziemlich wenig Informationen. Zwar kann man die Regeln nachlesen, aber keinerlei Infos, wann die Sendung ausgestrahlt werden soll oder wer die Kooperationspartner sind. Auch hier fehlen wieder Postanschrift und Telefonnummern.
Dataprotect, Monkey und die weltbeste Webagentur So ganz nebenbei betreibt Schmitz auch noch eine Webagentur. Es erscheint jedenfalls peinlich, dass die "weltbeste" Webdesign-Firma nicht mal die eigene Firmenwebseite erstellt hat, wie man im Quelltext nachlesen kann. Nach Angaben seines alten Webdesigners von Peter Van den Wyngaert stehen noch Rechnungen für alte Seiten offen.
Fazit
Siehe auch:
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